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Ich berichtete ja bereits von der mallorquinischen Orangen-Zitronen-Pampelmusen-Kiste, die der Gatte mit dem Mut der Verzweiflung nach mehreren Mandarinen-Nieten aus dem Einzelhandel direkt beim Erzeuger bestellt hatte. Mein Tag begann heute mit einer Grapefruit zum Frühstück. Das war in einer fast vergessenen Phase meines Lebens mal mein absolutes Highlight. Deshalb besitze ich auch ein Grapefruit-Besteck. Ja. Sowas gibt es! Und das habe ich mal irgendwann zum Geburtstag bekommen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, dürfte das mindestens 25 Jahre her sein. Seltsam… Bin ich schon sooo alt?!

Wie auch immer… Die Grapefruit schmeckte hervorragend.

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Den Tag verbrachte ich mit Butter, Zucker, Zitrusfrüchten und Eiern. Nachdem der erste Versuch mit Lemon Curd darin endete, dass ich mit heraushängender Zunge gierig die Schüssel auskratzte, nachdem das Zeug in den Gläsern war, beschloss ich, die total verkernten Mandarinen vor dem Kompost zu retten, indem ich ein Mandarinen Curd daraus herstellen würde. Eine Grapefruit und Grapefruitzesten dazu. Und die Zuckermenge reduziert. Mmmmhhh… Es schmeckt gut, hat aber irgendwie die falsche Konsistenz.

Vermutlich zu wenig Zucker und zu wenig Säure. Ich pflüge mich mal durch diverse Websites.

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Am Ende knetete ich noch einen Teig für eine Tarte au Citron – mir fehlt allerdings irgendwie die Motivation, sie heute noch fertigzustellen. Dann halt morgen…

Gestern Abend gab es übrigens etwas sehr Leckeres: Tomatenrisotto mit Saltimbocca aus Schweineschnitzelchen. Das Schwein war brav. Und das Risotto – angereichert mit konservierten eigenen Tomaten aus dem letzten Sommer – absolut köstlich. Wie praktisch, dass es noch keinen Frost gab, der den Salbei komplett dahingerafft hat.

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Heute darf ein Lachs ran. Das Huhn hatte ich im Zitrusfrüchtewahn vergessen, bis es zu spät war, es noch anzusetzen. Ich schätze, das wird das letzte Huhn der Saison sein. Machen wir halt ein Sonntagsessen daraus. Der Lachs, der seit Tagen eine Gefrierfachschublade beim Öffnen und Schließen auf sehr nervige Art und Weise blockiert, darf sich heute mit Rote-Bete-Gnocchi (die ebenfalls wertvollen Gefrierplatz blockierten) und einer noch nicht genau durchdachten Soße vergnügen. Falls es was wird, berichte ich morgen.

Falls nicht, berichte ich nie =)

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Ja… Grauenhaftes Foto… Ich weiß. Es ist also nicht nötig, mich explizit darauf hinzuweisen. So sieht das halt aus, wenn man bei funzeligem Licht total begeistert ist, und dann versucht, freihändig Wachstumsfortschritte zu dokumentieren. Nachdem diese Erbsen – die legendären Zuckererbsen meines Großvaters – ewige Zeiten in einem Briefumschlag (und vorher wer weiß wie lange in irgendeiner Saatgutkiste) herumgelegen hatten, war ich mir nicht sicher, ob das noch was werden wird.

Wird aber. Heute sind sie noch weiter als gestern. Unverwüstliches Moselsaatgut! Die Erbsen gerieten vor längerer Zeit wieder in unsere Hände, weil irgendwer meiner Mutter erzählte, dass er von meinem geliebten Lieblingsopa irgendwann mal welche verehrt bekommen, diese dann jahrelang angebaut habe – und jetzt noch welche übrig hätte. Ob sie vielleicht davon etwas haben wolle? Und von diesem „etwas“ habe ich dann damals auch „etwas“ abbekommen. Und vor vier Tagen eingepflanzt. Testweise.

Und da sind sie also jetzt und sprießen fleißig. Ich bin wirklich begeistert. Habe gleich mal welche für die Schwester weggepackt, die ihnen im nächsten Jahr auch eine Chance im Garten geben will.

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Eine Chance bekam auch ein mallorquinischer Zitrusfrüchteproduzent, nachdem der Gatte letzte Woche die Nerven verloren hatte. Mehrere Versuche, auch nur ansatzweise genießbare Mandarinen oder Orangen aufzutreiben, waren in den letzten Monaten kläglich gescheitert. Die letzte Kiste war dann allerdings eine wirkliche Frechheit. Bio. Teuer. Unschälbar. Geschmacksfrei. Und also ob das alles nicht schon schlimm genug wäre – mit mehr Kernen als Fruchtfleisch ausgestattet. Versuchsweise wurde nun eine gemischte Kiste direkt beim Erzeuger bestellt.

Also praktisch Früchte, die bis zur Reife am Baum hängen geblieben waren. Gibt’s ja eigentlich nicht mehr. Heute kamen sie an. Die Orangen wurden bereits getestet. Sehr lecker. Wie richtige Orangen! Unfassbar!

An die Zitronen und Grapefruits mache ich mich ab morgen Mittag. Wenn dann klar ist, dass alles was taugt, verlinke ich mal die Website. Vielleicht mag ja noch wer Orangen, die sensationellerweise nach Orangen schmecken…

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Zu Abend gab es Würstchen von glücklichen Vordertaunuskühen, die letzten Bamberger Hörnchen und Rosenkohl. Den selbstgemachten Ketchup habe ich erst nach dem Foto auf den Teller gekleckert. Hätte das ohnehin bescheidene Hausmannskost-Ensemble nur verschandelt.

Der Rosenkohl ist blanchiert, halbiert und in Ghee angebraten – gesalzen, gepfeffert und muskatiert. Die Hörnchen sind vorgekocht, in Olivenoel gewälzt, gesalzen, gepfeffert und mit Parmesan bestreut im Ofen fertig gegart. Die Tomaten habe ich in Olivenoel angeschwitzt, gezuckert, weiter angeschwitzt, gesalzen, gepfeffert, und dann in einem Schuss Balsamicoreduktion noch etwas weiter vor sich hin schwitzen lassen.

Zusammen mit der gar köstlichen Wurst und unserem Hausketchup aus eigenen Tomaten blieben trotz der Einfachheit des Essens keine Wünsche offen. Sehr praktisch nach einem überlangen Arbeitstag, gekrönt von unerträglich nörgeligen Kunden, extremen Personalengpässen und dem Mißgeschick einer Kollegin, dessen Behebung mich vier volle Stunden kostete.

Hauptsache, die Wurst schmeckt und die Erbsen keimen. Hach! Was will man am Ende des Tages schon mehr?!

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Außer, das heutige Wetter gehört zu einem höheren Plan, den wir jetzt noch nicht begreifen können. Vermutlich war ein Flashmob von Asylbewerbern geplant, der gierig über die goldische Meezer Meedsche herfallen sollte. Das darf nicht sein. Besonders an Fassenacht widmet sich der deutsche Mann schließlich gerne selbst diesem Themenkomplex. Da möchte man nicht von islamisierten Horden mit Smartphones am Selbergrabschen gehindert werden.

Ich finde es zunehmend erstaunlich, zu welchen Reaktion es im Netz beim geringsten Anlass kommt. Nehmen wir einmal das Känguruh von Marc-Uwe Kling. Auf dessen vorgestrigen Facebookpost hagelte es Kommentare, dass man nur den Kopf schütteln kann, bis einem das Konfetti aus den Ohren ploppt.

Zitat: „“Man kann sich halt nicht sicher sein‘, sagt der Mann auf der Straße, ‚dass in einer Gruppe Flüchtlinge nicht auch Arschlöcher sind.‘ – ‚Stimmt wohl‘, sagt das Känguru, ‚aber immerhin kann man sich sicher sein, dass in einer Gruppe Rassisten nur Arschlöcher sind.'“ (Link)

Unfassbar, wieviele Menschen sich dadurch als „Rassist“ verunglimpft und dadurch umgehend bemüßigt fühlen, zu beteuern, dass sie natürlich keine Rassisten, sondern nur kritische Denker seien. Klar. Kritische Denker, die ganz objektiv ein Problem damit haben, dass eine Gruppe Rassisten als Arschlöcher bezeichnet wird. Was ist hier los?! Man steht und staunt.

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Vermutlich ist das alles aber nur ein riesiges Mißverständnis. Genau wie die Gesichtbemalung der Dame oben, die ich vor drei (?) Jahren beim Finther Zug fotografiert habe. Ich schätze, dass das ein Hippie-Kostüm sein soll. Schade, dass das Peace-Zeichen jetzt eher wirkt, als ob die Dame gerne mal auf dem Beifahrersitz des Produkts eines der führenden deutschen Automobilhersteller Platz nehmen würde. Knapp daneben ist eben leider auch vorbei…

Ähnlich daneben übrigens der Name des Sturmtiefs, das den Rosenmontag versaut hat: Ruzica. Ein kroatischer Name, der soviel wie „Röschen“ bedeutet. Dann war das wohl ein Röschenmontag statt eines Rosenmontags. Hätte mir gefallen, als ich noch direkt an der Mainzer Zugstrecke wohnte.

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Widmen wir uns jetzt allerdings einmal kurz französischen Einwanderern – den Vitelotte. Ausgiebige Tests ergaben, dass es einfacher und sinnvoller ist, sie komplett unbehandelt auf die Fensterbank zu legen, statt sie in Wasser und durchbohrt zu hegen und zu pflegen. Ein endgültiges Urteil erlaube ich mir allerdings erst, wenn sie in Erde gegeneinander angetreten sind. Vielleicht bietet das Vorwurzeln ja doch unschätzbare Wettbewerbsvorteile.

Derweil geht der Topinambur ab wie ein rotes Moped. Dem scheint das so zu gefallen. Die beiden Süßkartoffeln habe ich mittlerweile frustriert entsorgt, nachdem ich feststellen musste, dass sich da rein gar nichts tut, während ein vergessenes Exemplar im HWR lustig ausgetrieben ist. Die durfte dann einfach auf dem Trockendock den Platz der beiden Versager einnehmen.

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Was noch unbedingt anzumerken ist, damit ich mich später nicht frage, wie lange das gedauert hat, ist folgender Versuch: Erbsensprossenzucht. Nach der Lektüre dieses Blogposts – und anschließend der des darin verlinkten – fiel mir ein Briefumschlag mit Erbsen ein, den mir meine Mutter irgendwann vor einiger Zeit mal in die Hand gedrückt hatte. Es waren die auf allerlei abenteuerlichen Wegen nach Jahrzehnten wieder in ihre Hände gelangten Kinder (Enkelkinder? Urenkelkinder? Urur…?) der legendären Erbsen meines Großvaters von der Mosel.

Und da lagen sie seitdem unberührt in der Saatgutkiste, weil hier meistens niemand total heiß auf Erbsen ist. Aber nun habe ich endlich eine Möglichkeit gefunden, dieses wertvolle Saatgut doch noch zu Ehren kommen zu lassen. Ein oder zwei Pflanzen landen dann anschließend zur weiteren Saatgutgewinnung im Garten. Das ist klar.

Gestern habe ich eine Handvoll gesät. Ich hoffe, sie haben nicht zu lange unter zu ungünstigen Bedingungen hier herumgelegen, so dass sie noch verwertbar sind. Ich bin gespannt.

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Irgendwie hat mein Kind zuviel „Bambi“ geschaut. Und irgendwie finde ich jetzt nicht mal ein Foto mit dem Hirsch aus dem Gonsenheimer Wildpark. Dabei muss es davon unzählige geben. Egal. Fest steht: Irgendwann – vor etwa zwanzig Jahren – haben wir ziemlich viel Zeit damit verbracht, Wildfutter an bedürftiges Rotwild zu verteilen. Egal, wie knapp die Kasse damals war.

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Der „mächtige König des Waldes“ musste gefüttert werden. Ob er Hunger hatte oder nicht. Es empfahl sich, früh am Tag dort aufzukreuzen. Ansonsten war die Stimmung im Keller. Max am 11.02.1996: „Der Hirsch hat nix gegessen. Warum?!“

Heute ist es ihm augenscheinlich egal, ob der Hirsch gegessen hat oder nicht. Denn er isst den Hirsch. Von Mama zubereitet. An Weihnachten und so. Und damit wären wir auch beim Thema des heutigen Blogposts: Hirsch. Auf Mainz kommen wir später.

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Der Hirsch wurde nach bewährter Methode Sous-vide-gegart. Dazu Sößchen, Wirsing, Kastanienseitlinge. Die Pilze waren für mich das Highlight. Mit dem Hirsch bin ich ja praktisch auf diese Art und Weise schon per Du. Ich habe sie mit Schalotten angebraten, gesalzen und gepfeffert, und kurz vor Ende der Garzeit Frühlingszwiebelstücke zugegeben. Und reichlich frische Petersilie. Sehr, sehr lecker.

Jetzt zu Mainz: Rosenmontagszug abgesagt. Als das schon mal passierte, stand ich in Diensten der Mainzer Rheinzeitung, und in der Redaktion turnte unser Redaktionshamster Saddam durch sein Rad. 1991? Ich glaube ja. Ob es da schon den Wildparkhirsch gab, weiß ich nicht. Max jedenfalls tauchte erst kurz danach auf. Zum Füttern. Und mit einem Rosenmontagszug nach dem anderen vor unserer Neustadt-Haustür.

Kampagnenmotto 2016: „Ein echter Narr ist ohne Sprüch, rhoihessisch, herzlich, määnzerisch.“ Ohne Sprüch. Und ohne Zuch. Zugente!

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Echte, tiefempfundene Wiedersehensfreude empfand ich heute morgen, als ich zwischen allerlei Unkraut den frisch ausgetriebenen Bärlauch wiederfand. Den hatte ich nämlich im vergangenen Jahr ausgegraben, als wir die Hochbeete gebaut haben. Und dann wusste ich nicht mehr, was ich damit gemacht hatte. Und vor allem wo ich etwas damit gemacht hatte, falls ich etwas damit gemacht hatte. Nach intensiven Überlegungen und diversen Testgrabungen hatte ich im Herbst dann irgendwann aufgegeben und gehofft, dass ich ihn im Frühling wiederfinden würde. Hat geklappt!

Falls ich es wieder vergessen sollte: Er sitzt jetzt zwischen den Johannisbeeren und den Heidelbeeren! In meinem Alter weiß man ja nicht, ob das mit dem Gedächtnis am Ende noch schlimmer wird. Jetzt hab‘ ich’s schriftlich.

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In die Überschrift hat es der Skrei diesmal nicht geschafft. Aber in den Einkaufswagen. Ein dickes, fettes Filet habe ich gestern noch zum Spottpreis an Land gezogen. Und da wir zu den Menschen gehören, die leckere Sachen wieder und wieder hintereinander essen können, gibt es ihn heute nochmals. Auf Wirsing. Und mit den ebenfalls gestern angeschleppten Limonenseitlingen. Und Kastanienseitlinge habe ich auch geschnappt. Wer auch immer die Gemüsetheke unseres tegut-Markts bestückt, ist mein Freund. Für immer!

Zum Wirsing: Ich kannte den in den ersten Jahren meines Lebens nur unter dem Begriff „Springgemüse“. Aus heutiger Sicht ein sehr durchsichtiger Versuch, passionierte Gummitwisthüpferinnen zum Essen von Gemüse zu überreden. Hat aber funktioniert. Trotz Mehlschwitze. Ob ich davon allerdings besser hüpfen konnte, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Es gibt ja keinen Gegenbeweis.

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Ich wollte ihn heute so wie letztes Mal. Mit Senf. Aber ich habe das leider nicht verbloggt. Und so galt es also zu experimentieren. Damit ich nicht wieder ratlos schauen muss, wenn der Gatte sagt „Mach den doch so wie letztes Mal. Das war genial.“,  habe ich diesmal mitgeschrieben. Fuchs, der ich bin.

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SENFWIRSING
Zutaten (als Beilage für zwei Personen):
1/2 kleiner Kopf Wirsing
2 kleine Zwiebeln
Ghee zum Anbraten
200 ml Rinderfond
200 ml Sahne
100 ml trockener Weißwein
3 EL Senf
Salz, Pfeffer – frisch gemahlen
Zubereitung:
Wirsing vom Strunk befreien und in feine Streifen schneiden, blanchieren und kalt abbrausen.
Zwiebeln fein würfeln und in Ghee glasig anschwitzen. Mit dem Weißwein, dem Fond und der Sahne ablöschen und einkochen lassen. Senf zugeben und weiter einköcheln.
Zuletzt Wirsing zugeben, abschmecken und kurz mitgaren.
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Die Limonenseitlinge habe ich geputzt, in Olivenoel – mit einem Schuss Zitronensaft – angebraten, gesalzen und gepfeffert. Mjam!

Der Skrei durfte sich im Sous-vide-Bad räkeln. Mit Rosmarin, Zitrone und Lorbeer. Zwanzig Minuten bei 54 Grad. Und am Ende wurde er kurz und knackig auf der Hautseite angebraten, gesalzen und gepfeffert.

Vier schöne Stücke habe ich jetzt noch übrig. Die habe ich vakuumiert und eingefroren. Einmal wie die von heute, einmal mit Zitrone und Basilikum. Mal gespannt.

Zum Wirsing gesellten sich dann noch ein paar Tomaten, die weg mussten. Sieht fürs Auge – und das isst ja mit! – auch netter aus mit Rot.

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