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Ich weiß jetzt wirklich nicht, wie ich es sagen soll. Und es ist mir auch irgendwie ziemlich peinlich. Also besser gleich raus damit: Es gibt schon wieder Pasta. Und Spargel. Ich fürchte, ich lösche diesen Haushalt auf Dauer mit einseitiger Ernährung aus.

Für die Pasta durfte der Bärlauch aus dem eigenen Garten ran. Wegen des Umpflanzens im letzten Sommer hat er sich dieses Jahr nicht nennenswert vergrößert. Aber nach einem Jahr Pause hoffe ich, dass er im nächsten Frühling wieder durchstartet wie gewohnt. In diesem Jahr war ich schon glücklich, dass ich ihn überhaupt wiedergefunden habe. Zwischenzeitlich litt ich nämlich unter völliger Bärlauchamnesie. Fast vermutete ich, ihn irgendwo entsorgt zu haben…

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Ich stellte also Bärlauchpastateig nach dem bewährten Rezept her. Dazu Garnelen. Dazu Spargel. Was also aus den Nudeln basteln? Ravioli! Mit einer Ricotta-Füllung mit Kräutern. Klassisches Rezept:

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RICOTTAFÜLLUNG FÜR RAVIOLI
Zutaten (für etwa 15 Ravioli):
100 g Ricotta
1 Eigelb
reichlich Petersilie und Schnittlauch
40 g Paniermehl
Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung:
Alle Zutaten mit einer Gabel verrühren, bis eine kompakte Masse entsteht. Mit zwei Teelöffeln auf den Ravioliteig geben.
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Auf was dieser Haushalt ja mittlerweile so richtig steht, ist gebratener Spargel. In Olivenöl. Gezuckert, gesalzen, gepfeffert. Simpel und sehr, sehr lecker! Damit die Ravioli heute nicht so trocken auf dem Teller herumliegen würden, beschloss ich, den Spargel wieder zu braten wie gewohnt, warmzustellen und aus dem Satz im Topf – und dem Satz aus dem Topf der Garnelenbraterei – eine Weißweinsoße zu ziehen. Funktionierte auch hervorragend.

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Die Garnelen hatte ich vorab in Olivenöl, Piri Piri, Salz und Pfeffer mariniert. Dann kurz angeschwenkt.

Insgesamt war das wirklich super. Ich erwäge, etwas Ähnliches am Sonntag zu kredenzen. Da erwarten wir nämlich Besuch.

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„… Spargel me, Spargel you (a-ha)
There is nothing we can do
Spargel me, Spargel you (a-ha)
We just have to face it
This Spargel time is true
Breaking up is never easy, I know
But Spargel has to go (aber erst am 21.06.)
Spargel me, Spargel you
It’s the best I can do…“

Hier – mitten in God’s own Schparschel-Country brechen jetzt harte Zeiten mit wenig abwechslungsreicher Karte an. Aber das muss jetzt. Am Johannistag ist es dann ja schon wieder vorbei. Wahrscheinlich ein kluger Schachzug, damit man sich ab da auf die rituellen Waschungen der Schwarzen Nüsse konzentrieren kann.

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Heute war nicht viel Zeit für Konzentration. Und auch für sonst nix. Musste flott gehen: Salsiccia angebraten, im letzten Herbst eingekochtes Sugo drüber. Spargel in Olivenoel angebraten, gesalzen, gepfeffert (Tellicherry). Pasta gewalzt und geschnitten – zuletzt gekocht. Und ab auf die Teller. Trotzdem lecker.

So. Und jetzt heißt es morgen noch knechten – und dann vier freie Tage! ist ja nicht mehr lange hin.

 

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Für den Tanz in den Mai, das Aufstellen von Maibäumen und das Ziehen von „Mai-Pettsche“ sind wir irgendwie nicht mehr fit genug. Zumal wir zu den Uhrzeiten, um die diese Unternehmungen üblicherweise stattfinden, bereits ermattet auf dem Sofa liegen. Soviel nur dazu.

Stattdessen haben wir andere tolle Sachen gemacht. Bei Tageslicht. Im Garten. Bohnen gesät zum Beispiel. Den Maiglöckchen beim Wachsen zugeschaut. Frühbeete repariert, die der Wind aus der lächerlichen Heringskonstruktion gerissen hatte. Und den kleineren azoranischen Tomaten ein laaanges Sonnenbad auf der Terrasse gegönnt. Die gestern ausgepflanzten Exemplare haben die Nacht unbeschadet überstanden. Ich hoffe, das bleibt so.

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Der Gatte hatte mir von seinem Solotrip nach Rom das mitgebracht, was ich mir – wäre ich dabei gewesen – auch besorgt hätte: italienische Kochzeitschriften. Ich wühle bei jedem Auslandsaufenthalt in irgendeinem Kiosk herum und schleppe Lesestoff an. Lesen bildet schließlich. Und zumindest Rezepte zu lesen schaffe ich mittlerweile in fast allen ‚Urlaubssprachen‘.

Was mir gleich ins Auge stach war ein „Soufflé di crescione e formaggi“. Und ich hatte auch alle erforderlichen Zutaten im Haus bzw. im Garten. Das wusste ich natürlich erst, nachdem ich das Rezept einer intensiven Übersetzungsaktion unterzogen hatte.

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Allerdings fand ich die 250-Gramm-Kresse-Angabe ein wenig überdimensioniert. Ich kratzte alles zusammen, was an Kresse im Garten bereits ausgetrieben war. Erbärmlich. Also schnitt ich noch Rauke, Postelein und Brunnenkresse brutalstmöglich zusammen. Zuletzt ergänzte ich das Ganze noch durch Löwenzahn und Vogelmiere. Das langte dann gerade für die halbe Rezeptmenge. Also für zwei Portionen. Perfekt! Guuut… Es war dann zwar kein Kresse-Käse-Soufflé mehr, sondern ein Wildkräuter-Käse-Soufflé. Aber egal! Auch gut.

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SOUFFLÉ MIT WILDKRÄUTERN UND KÄSE
Zutaten (für zwei kleine Auflaufförmchen):
125 g Milch
125 g Wildkräuter
100 g Bergkäse
50 g geriebener Parmesan
40 g Mehl
10 g Butter plus Butter zum Fetten der Förmchen
10 Blätter von frischem Salbei
Paniermehl
2 kleine Eier
Rapsöl
Muskatnuss
Salz
Pfeffer
Zubereitung:
Kräuter waschen und trocknen. Für drei Minuten in kochendem Wasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken. Ausdrücken und pürieren.
Milch kurz aufkochen, Kräuterpüree zugeben.
Butter schmelzen, Mehl einrühren. Milch-Kräuter-Mischung einrühren und unter Rühren erwärmen.
Vom Herd nehmen. Salz, Pfeffer und eine Prise Muskatnuss hinzufügen. Eier trennen. Eiweiße aufschlagen. Eigelbe und geriebenen Käse verquirlen und in die Masse rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Förmchen fetten und mit Semmelbröseln ausstreuen.
Eischnee unter die Masse heben und alles auf die Förmchen verteilen (bis zum Rand füllen).
Den Ofen auf 200 bis 210°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Etwa 18 bis 20 Minuten abbacken.
Salbeiblätter in heißem Öl für 30 Sekunden anbraten. Abtropfen lassen und mit Salz würzen. Mit den Soufflés anrichten.
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Nette Vorspeise. Wirklich. Eines Sonntags vor einer Drei-Tage-Arbeitswoche würdig. Habe mir nämlich in der kommenden Woche den Brückentag geschnappt. Mache ich eigentlich sonst nie, aber ich fand, ich hätte es mal verdient.

Als Hauptgang standen wieder Nudeln auf dem Programm. Da waren schließlich noch reichlich Reste meines Grie-Soß-Nudelteigs im Kühlschrank. Ich entschied mich für Ravioli. Mit Ziegenkäse-Petersilien-Haselnuss-Füllung. Hier kurz die Anleitung für die Füllung. Die ist nämlich wahrhaft genial. Und wenn ich sie nicht verblogge, habe ich sie wieder vergessen, bevor ich sie nochmals machen kann:

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ZIEGENFRISCHKÄSEFÜLLUNG FÜR RAVIOLI
Zutaten (für etwa 14 Ravioli):
100 g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
reichlich Petersilie
20 g gute Haselnüsse, grob gehackt
20 g Paniermehl
Zubereitung:
Alle Zutaten mit dem Pürierstab bearbeiten bis eine cremige Masse entsteht. Mit zwei Teelöffeln auf den Ravioliteig geben.
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Dazu die letzten sechs Stangen Spargel und Reste der gestrigen Soße. Der Spargel wurde in der Pfanne gebraten. Dazu ein paar Kirschtomaten. Auch kurz gegart und dabei gesalzen, gepfeffert, gebalsamicot und gezuckert.

Die Füllung war super. Vor allem im Zusammenspiel mit dem Rest. Was für ein leckeres und erstaunlicherweise komplett fleischloses Essen. Und dabei haben wir nicht mal was gegen Fleisch. Ergab sich halt so. Und es fehlte nix. Abgesehen von etwas Kontrast. Merke: Grüne Ravioli auf grüner Soße wirken nicht sehr attraktiv auf einem Foto.

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Oder für Menschen, die aus anderen Teilen der Welt kommen: Grün. Und schön!

Gerade wird man ja überschwemmt mit herrlichen, frühlingshaften Dingen, die man in Topf und Pfanne werfen kann. Bärlauch, Schparschel (Spargel), Grie-Soß-Kräuter (Kräuter für Frankfurter Grüne Soße), Lamm, Unkraut, Kraut. Gestern wurde die Spargelsaison eröffnet. Mit folgendem Teller:

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Bärlauchpasta, Spargel, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Rieslingsößchen. Tomaten (nicht ganz saisonal, aber sehr verlockend und dann auch sehr lecker) und Frühlingszwiebeln wurden angeschwitzt und mit Balsamico abgelöscht. Der Spargel ist ofengegart. Die Soße eingeköchelt aus Gemüsefond, Riesling, Schalotten und Spargelresten. Das war sozusagen „würdig und recht“.

Da von dem wirklich sensationell frischen Spargel von unserem seit gestern im Betrieb befindlichen Spargelstand für heute noch reichlich übrig war, schritt ich gleich nochmal zur Tat. Dazu putzte und blanchierte ich die Grie-Soß-Kräuter (insgesamt 200 Gramm) kurz. Nahm etwa die Hälfte ab für die Nudelproduktion. Die wurden mit Ei und Salz püriert und unter den Teig gemischt. Die andere Hälfte reservierte ich für die Soße.

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Die Nudeln waren auf Anhieb perfekt. Ein – dringend nötiges – Erfolgserlebnis nach der „Nervolino“-Pleite.

Schalotten anschwitzen, Spargelschalen zugeben, mit Kalbsfond ablöschen. Einköcheln lassen, abseihen. In die Brühe die stückig geschnittenen Spargel geben. Weiter einköcheln lassen. Etwas Weißwein und Sahne dazu. Immer weiter schmurgeln lassen, bis der Spargel weich ist. Bei grünem Spargel mag ich „bißfest“, bei weißem eher nicht so. Kurz vor Ende der Garzeit die pürierten Kräuter mit in die Soße rühren.

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Habe heute nochmal Cocktailtomaten erwischt, die vertrauenswürdig wirkten. Abspülen und beiseite legen. Den Lachs in schmale Tranchen schneiden. Salzen, pfeffern. Gaaanz langsam auf der Hautseite in Olivenöl anbraten. Kurz vor Ende der Garzeit die Tomaten mit in die Pfanne geben.

IMG_6887  Das war super. Wie sollte es auch nicht?! Spargel… Kräuter… Lachs… Eben!

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… Brüder, zum Licht empor!
Hell aus dem dunklen Vergangnen
leuchtet die Zukunft hervor…“

Ich hab‘ sie heute rausgelassen, die ersten Tomaten. Manchmal muss man auch was riskieren. Und ich glaube, die brauchen echt dringend mehr Erde, mehr Licht, mehr frische Luft. Bißchen Basilikum dazwischen gepflanzt. Für Caprese muss ich jetzt praktisch nur Mozzarella ins Beet werfen.

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Die Black Krim blüht wunderschön. Ich hoffe, morgen auch noch. Diesmal haben wir vor dem Auspflanzen gleich ein wenig gekalkt. Der Gatte – in seiner Funktion als Bodenverbesserer – stand mit Kuhdung und Kalkeimer bei Fuß neben dem Beet, während ich meine kleinen Freunde eingrub.

Da die Dinger ja Schildchen brauchen, damit man später noch weiß, um welche Pflanze es sich denn nun handelt, empfiehlt sich Folgendes: Die laminierten Schildchen, die man bereits nach der Aussaat für die Topfkennzeichnung benutzt, sollten an einer Seite etwas überdimensioniert sein. An dieser Seite locht man sie dann später mit einem Bürolocher und befestigt die Schildchen an den Stäben.

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Zur Befestigung eignen sich übrigens – wie ich heute feststellen durfte – Musterbeutelklemmen ganz hervorragend. Meine passten exakt durch die Bohrungen in den Stäben. Und man spart sich überflüssiges Gefriemel mit Bändchen. Leicht entfernen lässt sich das dann am Ende der Tomatensaison auch wieder. Genial, oder?!

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Die Zucchini und Kürbisse haben dank ihrer Taucherglocken die vergangenen Frostnächte übrigens halbwegs unbeschadet überstanden. Und stehen jetzt – allen Widrigkeiten zum Trotz – kurz vor der Blüte. Den Kartoffeln geht es auch gut. Insofern musste bislang niemand bitter für meinen Optimismus bezahlen.

Sogar die Möhren keimen im Hochbeet. Hätte ich nicht erwartet bei diesen Temperaturen.

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Ansonsten sieht das im Garten recht gut aus. Nicht mal der Mandelbaum hat die Grätsche gemacht. Gestern Abend fand dann auch anlässlich der Rückkehr des Gatten die offizielle Eröffnung der Spargelsaison statt. Aber dazu später mehr. Heute gibt es nämlich gleich mal Nachschlag.

Ich bin schon sehr gespannt auf die kommenden Wochen und werde soviel Spargel anschleppen, wie wir essen können. Und das wird eine Menge sein. Dauert ja nicht allzu lange an, die Spargelsaison. Und damit es in diesen wenigen Wochen auch wirklich etwas Besonderes ist und bleibt, gibt es bei uns nur dann Spargel, wenn sich der Rolladen an unserem Spargelstand öffnet.

Der von gestern ist super. Selten hatte ich so frischen Spargel. Aber wie gesagt: Später (oder morgen?) mehr.

Um den Bogen zur Überschrift irgendwie hinzukriegen: „Wer hat uns verraten?!“ – „F1-Hybrid-Tomaten!“ 😀